Julia
Schröder
Göritz

Kolumne – Gedankenkiosk

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Vizefreitag und Tage wie eine Tuschkastendeckelinnenseite.
Beschlossen, mir das letzte Wintergrau von der Haut zu klopfen und soviel Fahrrad zu fahren wie möglich. So ein Fugenreinigerdings für eine schöne Terrasse bestellt, welches nun im Flur liegt und mich fragend anschaut.

Die Routinen von so viel Neuem durchzogen, dass ich die Woche kaum erkenne, mein Geist tobt glücklich im Bällebad, denn Soulwriters-Club goes Festival und mein Schreiben bald wieder öffentlich, dazu später mehr. „Später“ sollte man eigentlich nicht machen, das Leben ist jetzt und jeder Moment kostbar – und @dies_ist_elke_heidenreich hat Recht mit ihrem Satz (@zeitmagazin, „Was ich gern früher gewusst hätte“): „Wenn du dir ein Tier anschaffst, musst du wissen, dass dein Herz bricht, wenn es stirbt.“ Unser Lucky lebt hoffentlich noch lang. Einen rasierten Bauch hat er nun, aber keinen Krebs. Ich ein paar Federn weniger.

Mit einer Klientin über Selbstwirksamkeit, und Authentizität gesprochen, einer der schönen Abschiede, es geht ihr gut. Und ein Gespräch über den Tod, Schmerz und Loslassen und festgestellt „Das Leben ist für die Lebenden“. Und dann sitze ich hinter viel Glas und höre von der Spitalerstraße den Prediger, der Passanten beim Mitlaufen etwas von Gott ins Ohr schreit, während ich mein Testament unterschreibe. Kein akuter Anlass, ein paar Dinge sollten geregelt sein, so lebt es sich besser. Immer in Bewegung, im roten Shirt mit einem Buch direkt unter seinem Kinn, als würde er die Worte auf den Deckel spucken.
Zwischen Klamottengeschäften hallen seine Worte wieder und er läuft und ruft und skandiert gen Himmel, aber er schaut die Menschen nicht an. Wie es wohl in seinem Kopf aussieht?

Ein Abend wie ein Ingwershot für die Gedanken und Wärmedecke für die Seele – israelische Köstlichkeiten und Menschen, die in Kontakt treten und Gedanken teilen. Danke, liebe Businessmoms. Das war herrlich.

Lang ist der Weg durch die Nacht, die Kette klackert, Pflastersteinkanten stellen sich tollkühn in den Weg.
Ich mit verschwitzter Stirn und Besenstil im dunklen Garten. Schlüssel vergessen.


Tageszitat: Die Entfernung ist unwichtig, nur der erste Schritt ist wichtig. (Marie de Vichy Chamrond)

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